Das Wichtigste im Überblick zum Thema Reisekrankheiten

Grundsätzlich sollte jeder Hund, der älter als 6 Monate ist und aus dem Ausland kommt, auf Reisekrankheiten getestet werden.

Dazu ist ein Blutbild beim Tierarzt nötig.

Je eher man eine Infektion erkennt, noch bevor Symptome auftreten, desto schneller und besser kann dem Hund geholfen werden.

Ausserdem sind viele der folgenden Erreger in Deutschland beheimatet, so daß man generell auch bei Inlandshunden an die Reisekrankheiten denken sollte !

Folgende Reisekrankheiten sollten im Blutbild getestet werden:

 

Anaplasmen

bei Anaplasmen handelt es sich um Bakterien ( Rickettsien), die über die Schildzecke ( Holzbock) übertragen werden.

Mittlerweile sind Anaplasmenarten auch in Deutschland beheimatet.

Ein positiver Titer sagt jedoch nichts über den Krankheitsstatus aus.

Symptome wie Abgeschlagenheit, Fieber, Magen-Darmstörungen, geschwollene Lymphknoten, Nasenbluten, Zahnfleischbluten sind hier vorrangig.

 

Ehrlichien

auch bei Ehrlichien handelt es sich eher um Bakterien ( Rickettsien), die jedoch über die braune Hundezecke übertragen werden.

Diese ist bisher in Deuschland noch nicht beheimatet und kommt v.a in den Mittelmeerregionen vor.

Hier ähneln die Symptome denen der Anaplasmeninfektion und deshalb sollten sie unbedingt in einem Mittelmeerblutcheck mit untersucht werden.

 

Babesien

bei Babesien handelt es sich um kleine Blutparasiten, die über verschiedene Zeckenarten übertragen werden können.

Je nachdem unterscheiden sie sich auch in ihrer bösartigen Wirkung auf den Hund.

Die gefürchtetste Art sind die Babesien, die über die Auwaldzecke übertragen werden und die auch in Deutschland beheimatet ist !

Hier werden bei Ausbruch der Erkrankung die roten Blutkörperchen zerstört.

Der Hund zeigt im Krankheitsfall typische Erscheinungen wie blasse oder auch gelbe Schleimhäute, Fieber, Schlappheit, blutigen Urin.

 

Filarien

bei Filarien handelt es sich um Fadenwürmer, die in verschiedenen Organen leben können.

Manche von ihnen sind weniger gefährlich, da sie nur in der Haut oder der Bindehaut parasitieren.

Die gefürchtetsten Filarien sind jedoch die Herzwürmer ( Dirofilaria immitis).

Diese parasitieren v.a im rechten Herzen und können bei einem starken Befall auch Symptome wie Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Husten und Würgen auslösen.

Im Blutbild sollten sowohl die Herzwurmlarven ( Mikrofilarien) wie auch die erwachsenen Herzwürmer ( Dirofilarien ) bestimmt werden.

 

Hepatozoon

diese sind kleine Einzeller, die v.a beim Verschlucken oder Zerbeissen der Zecke den Hund infizieren.

Auch Füchse können Hepatozoon Erreger auf den Hund übertragen.

Bei den meisten Hunden, die positv auf Hepatozoon getestet werden, sind keine Symptome vorhanden und sie müssen auch nicht speziell darauf therapiert werden.

Diese Infektion limitiert sich meist von selber.

Sollte die Erkrankung ausbrechen, dann ähneln die Symptome den vorher erwähnten Infektionen und dann ist eine Therapie notwendig.

 

Leishmanien

die Leishmanien werden über die Sandmücke übertragen.

Auch Übertragungen über den Deckakt oder von dem Muttertier auf die Babies sind möglich.

Da die Leishmanien eine sehr lange Inkubationszeit haben, sollte der Hund auf alle Fälle auch ohne Symptome einmal jährlich darauf untersucht werden.

Dies gilt auf alle Fälle für die ersten 5 Jahre nach Ankunft in Deutschland.

Sollte die Erkrankung ausbrechen, weil sie übersehen wurde, dann sind die Symptome sehr umfangreich:

Müdigkeit, trübe Augen, schlechte und schuppige Haut, Haarverlust bis hin zu Nierenproblemen mit vielem Trinken.